Die Ausgangslage bei der öffentlichen Vergabe

Mischwald in Deutschland Mischwald in Deutschland C0 Public Domain | ersi / pixabay.com

Im Gegensatz zur Auffassung von einigen Beschaffungsämtern und vieler holzverarbeitender Handwerksbetriebe geht bei der öffentlichen Vergabe in NRW kein Weg an einem Nachhaltigkeitsnachweis vorbei.

Unter den holzverarbeitenden Handwerksbetrieben herrscht teilweise große Unkenntnis darüber, ob eine Zertifizierung über die Nachweisbarkeit der Nachhaltigkeit des von ihnen verwendeten Holzes nötig ist. Vor allem bei öffentlichen Vergabeverfahren auf Landesebene, so die Auffassung vieler Bieter, gehörten Nachhaltigkeit-Zertifizierungen nicht zu den grundlegenden Eignungs- und Zuschlagskriterien. Am Beispiel der Situation in Nordrhein-Westfalen wird deutlich, dass diese Annahme jeder rechtlichen Grundlage entbehrt. Die Situation in den anderen Bundesländern ist der in Nordrhein-Westfalen tendenziell sehr ähnlich – insbesondere in Berlin.

Viele Inhaber von Handwerksbetrieben sind überzeugt davon, dass eine Zertifizierung über die Nachhaltigkeit des von ihnen verarbeiteten Holzes nicht notwendig sei, da zumindest auf Landesebene eine solche vom Gesetzgeber – angeblich - nicht verlangt wird.


So sieht die Rechtslage in NRW ohne Interpretationsspielräume aus

In Nordrhein-Westfalen mündete die Orientierung einer grünen Beschaffungsrichtlinie in der „Verordnung zur Regelung von Verfahrensanforderungen in den Bereichen umweltfreundliche und energieeffiziente Beschaffung, Berücksichtigung sozialer Kriterien und Frauenförderung sowie Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei der Anwendung des Tariftreue- und Vergabegesetzes TvgG NRW (RVO TVgG – NRW)“, die am 01.06.2013 in Kraft trat. Durch diese Verordnung werden u. a. die Kriterien des Umweltschutzes und der Energieeffizienz konkretisiert. Eine Zertifizierung eines Betriebes nach den Anforderungen des § 2 Absatz 3 der Verordnung des Tariftreue- und Vergabegesetz Nordrhein-Westfalen - beispielsweise nach PEFC - kann verlangt werden, wenn ein solches Zertifikat bzw. Siegel für alle Betroffenen zugänglich und verfügbar ist.


NRW: Kein Zertifikat, heftige Konsequenzen

Aufgrund der oben dargelegten Rahmenbedingungen müssen daher auch in Nordrhein-Westfalen öffentliche Beschaffer eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung für Holzprodukte bei jeder Ausschreibung berücksichtigen. Allerdings hat – zur bürokratischen Vereinfachung – nur der den Zuschlag erhaltende Anbieter der Ausschreibung die nach dem Tariftreue- und Vergabegesetz erforderlichen Nachweise und Erklärungen vorzulegen – und zwar innerhalb von fünf Werktagen nach Gewinn der Ausschreibung. Alle Anbieter müssen bei Abgabe ihrer Unterlagen bestätigen, dass sie über eine solche Zertifizierung verfügen. Sollte sich dann aber herausstellen, dass der erfolgreiche Anbieter nicht über eine entsprechende Zertifizierung verfügt, hat er aufgrund der falschen Bestätigung weitreichende Konsequenzen zu befürchten: Längerfristiger Ausschluss von allen Ausschreibungen, Vertragsstrafe sowie Schadenersatz gegenüber unterlegenen, zertifizierten Anbietern.


Angebot für Handwerksbetriebe: die Gruppenzertifizierung

Handwerksbetriebe sollten sich keinen Illusionen hingeben, dass die angestoßene Entwicklung zur Nachweisbarkeit des nachhaltigen Ursprungs des eingesetzten Holzes aufgeweicht oder sogar wieder rückgängig gemacht wird. Eine Zertifizierung wird vielmehr auch für Handwerksbetriebe immer mehr zu einer Grundvoraussetzung, um im Vergabewettbewerb gute Chancen zu haben.

Damit für kleinere Handwerksbetriebe der organisatorische und finanzielle Aufwand einer eigenen Zertifizierung des Betriebes geringgehalten wird, haben die Umweltspezialisten der Beratungsfirma It’s Business Time im Juni 2014 ein für kleine und mittlere Betriebe lohnenswertes Zertifizierungsangebot eingeführt. Die PEFC-Gruppenzertifizierung ist bundesweit Marktführer (Stand: Mai 2017) und bietet das gesamte Dienstleistungsspektrum von der Handbucherstellung über Schulung der Verantwortlichen bis hin zur Vermittlung von Marketingstrategien.
Der PEFC-Gruppenzertifizierungkönnen sich bundesweit alle Betriebe und Unternehmen anschließen, welche in irgendeiner Art und Weise mit Holz, Papier und Verpackungen zu tun haben und entsprechend zertifiziertes Holz oder Papier bearbeiten, verarbeiten oder handeln möchten

Die PEFC-Gruppenzertifizierung ist durch DIN CERTCO TÜV Rheinland nach den Standards des PEFC zertifiziert und arbeitet bei der Gruppenzertifizierung mit dieser renommierten Gesellschaft zusammen. So ist es auch die DIN CERTCO TÜV Rheinland, die die Zertifikate ausstellt. Mit Zertifikatsübergabe werden die Betriebe in die weltweiten Datenbänke von PEFC eingetragen und erhalten gleichzeitig ihre Berechtigung, entsprechend zertifiziertes Holz und zertifizierte Holzprodukte zu vermarkten. Zudem dürfen sie die entsprechenden Logos nutzen, was im Marketing von großem Wert ist.

Weitere Informationen:

IBT It's Business Time
Nina Schröder-Bielen / Bernd Bielen
Telefon: 04403 6259023
Telefax: 04403 69196559
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



Hintergrundinformationen Interessengemeinschaft zertifiziertes Holz (IzH):

Öffentliche Beschaffungsrichtlinien aber zunehmend auch Ausschreibungen in der privaten Wirtschaft verlangen einen überprüfbaren Nachweis der garantierten Nachhaltigkeit von Holz, Holzprodukten, Verpackungen und Papieren. Für Importhölzer greift zusätzlich die EU-Holzhandelsverordnung bzw. das deutsche Holzhandelssicherungsgesetz. Mit den jeweils geforderten Nachweissystemen stellt dies gerade für kleinere und mittlere Unternehmen eine große Herausforderung dar.
Damit Unternehmer weniger organisatorischen und finanziellen Aufwand betreiben müssen, um ihre Sorgfaltspflicht zu erfüllen, wurde die Gruppenzertifizierung ins Leben gerufen. Damit kann der Betrieb einwandfrei nachweisen, dass er die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, ohne ein eigenes System mit viel Kosten und Aufwand einrichten zu müssen. Der gesamte zeitliche Aufwand – vom Start bis hin zum Zertifikat - beläuft sich im Regelfall auf drei Wochen. Dabei erhält jedes Mitgliedsunternehmen der Gruppenzertifizierung sein eigenes Zertifikat.
An der Gruppenzertifizierung können deutschlandweit Einzelbetriebe mit maximal 50 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von maximal 8,3 Millionen EUR teilnehmen. Die IzH hat sich gebildet aus Beratern, Unternehmern, Waldbesitzern, Förstern und Vertretern von Beschaffungsstellen, um bundesweit die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Handwerks- und Industriebetrieben zu fördern. Hierzu gehört u. a. die Vermarktung von zertifiziertem Holz bei der Vergabe öffentlicher Aufträge.


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