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Zwei verschiedene Arten von Einzelnachweisen

Es gibt zwei verschiedene Arten von Einzelnachweisen: Einfach- und qualifiziert! Es gibt zwei verschiedene Arten von Einzelnachweisen: Einfach- und qualifiziert!

Einzelnachweise: Es gibt zwei verschiedene Arten von Einzelnachweisen!

  • Einfache Nachweis
  • Qualifizierter Nachweis

Der einfache Nachweis ist schnell erklärt. Hier werden von einem zertifizierten Lieferanten entsprechend als zertifiziert deklarierte Produkte ohne weitere Änderung ihrer Zusammensetzung vom Handwerksbetrieb verwendet: Fertigkonfektionierte Holzfertigprodukte oder Baufertigprodukte, welche nur noch montiert werden müssen. Hierzu gehören vorgefertigte Fenster, Möbel und Parkbänke. Aufgeführt wird im Bundesleitfaden hinsichtlich der Vorlage eines „einfachen Nachweises“ auch das Beispiel „für Dachkonstruktionen benötigte Balken und Bretter“.

Hier dürfen Bauleiter bzw. ein Architekt prüfen und bestätigen, dass die Ware ordnungsgemäß als nachhaltig deklariert ist.

Achtung: Nachhaltigkeitsnachweise sind nicht nur durch den Bund gefordert. Berlin, Bayern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen beispielsweise haben eigene Landeserlasse. So kann es vorkommen, dass für den Bau eines Dachstuhls in Berlin ein einfacher Einzelnachweis (wie auf Bundesebene) nicht ausreicht. Die strengeren Berliner Verwaltungsvorschriften besagen eindeutig, dass der Bau eines Dachstuhls ein komplexes Bauwerk mit mehreren Holzlieferungen darstellt. Die Hölzer werden darüber hinaus zugeschnitten; eine verbotene Vermischung kann erfolgen.

Der qualifizierte Nachweis wird für alle anderen Fälle, welche keine Baufertigprodukte sind, benötigt, wenn der Betrieb über keine eigene CoC-Zertifizierung verfügt. Ein qualifizierter Einzelnachweis darf nur von Sachverständigen und akkreditierte Stellen erstellt werden.

Bei der Erstellung solcher Nachweise gibt es einige wesentlichen Einflussfaktoren:

Der Einzelnachweis muss ja zunächst belegen, dass das gekaufte und gelieferte Holz bis zum Eintreffen beim ausführenden Handwerksbetrieb die bisherige CoC nicht verlassen hat. Was aber passiert beim ausführenden – nicht zertifizierten – Handwerksbetrieb? Hier muss ja auch garantiert sein, dass im Betrieb, auf der Baustelle oder im Lager das Holz nicht vermischt wurde bzw. wird.

Die Beschaffer als Auftraggeber müssen davon ausgehen können, dass der Betrieb nicht nur entsprechend zertifizierte Ware eingekauft hat, sondern dass eben genau dieses nachhaltige Holz auch an die jeweiligen Auftraggeber gelangt.

Stellt ein Gutachter bzw. eine akkreditierte Stelle einen solchen Einzelnachweis aus, haftet er für die getätigten Aussagen und Bescheinigungen. Eben dahingehend, dass es sich bei der gelieferten Ware (an die Beschaffer!) um garantiert nachhaltige Produkte handelt.

Bei einem nicht selber zertifizierten Betrieb fehlt es am eigenen QM-System im Betrieb, welches die korrekte CoC-Abläufe sicherstellt. Um hier sicher zu gehen, einen glaubwürdigen Nachweis auszustellen, muss der Gutachter die Gegebenheiten im Betrieb einschätzen – die Beherrschung und korrekte Anwendung notwendiger Abläufe überprüfen (Bestellung der Produkte, Wareneingang, Trennung der Ware, Warenausgang usw.) Dies kann i. d. R. nur vor Ort in Form eines aufwendigen und kostenintensiven Audits erfolgen.

Die Teilnahme an Gruppenzertifizierungen (PEFC oder FSC) wird von verschiedenen Anbietern zum Preis zwischen ca. 800,00 und ca. 1.600,00 EUR pro Jahr angeboten.

Die Kosten von Einzelnachweisen bieten verschieden zurzeit auf dem Markt befindliche Akteure in einer Bandbreite von ca. 100,- bis ca. 1.500,- EUR pro Einzelnachweis an.

Im Rahmen seiner Beratung empfiehlt das Thünen-Institut den Betrieben als Bieter einer Ausschreibung zu prüfen, ob es für sie u. U. nicht sinnvoller sein kann, den einfacheren Weg der betrieblichen Produktketten-Zertifizierung – zu einem finanziell vertretbaren Aufwand – zu gehen, welche sich schon bei der Teilnahme an wenigen öffentlichen Ausschreibungen gegenüber den häufig komplexen Einzelnachweisprüfungen rechnen kann. (Ulrich Bick, Holz-Zentralblatt Nr. 12 vom 24.03.2016, Seite 323)

Gruppenzertifizierungen sind im Preis-/Leistungsverhältnis optimal und effektiv. Hierbei geht es zudem nicht nur um die Ausstellung eines Nachweises/Zertifikates, sondern um 365 Tage Unterstützung und Betreuung, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sowie um die Ausweitung und Sicherung von Marktanteilen. Und somit auch um die Sicherung Zukunftsfähigkeit eines Handwerkbetriebes und die Jobgarantie für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Da auf dem Markt von der Bundesregierung namentlich zwei Systeme, PEFC und FSC, anerkannt sind, herrscht allgemein die Ansicht, dass ein Handwerksbetrieb nun auch Kombi zertifiziert sein muss, um den Anforderungen der Beschaffer zu genügen. Dem ist nicht so. Wir weigern uns, dass das Handwerk mit unnötigem Aufwand und unnötigen Kosten belastet wird.

Daher bietet It’s Business Time - aus positiven Erfahrungen sowie aus Überzeugung - ausschließlich die Teilnahme an einer PEFC-Gruppenzertifizierung an. Hierdurch erhalten die Betriebe sozusagen eine Jahres-Flatrate für die Teilnahme an allen entsprechenden Ausschreibungen des Bundes, der Länder und der Kommunen. Selbstverständlich gilt die Zertifizierung als Nachweis für alle gewerblichen und privaten Auftraggeber.

Zudem bietet PEFC zur Teilnahme an einer Gruppenzertifizierung realistische Teilnahmelimits an: Betriebe mit maximal 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit maximal 8,3 Mio. EUR Jahresumsatz können mitmachen. Diese Werte decken den größten Teil der Handwerksbetriebe in Deutschland ab. Die Möglichkeiten zur Teilnahme an einer FSC-Gruppenzertifizierung endet bereits bei max. 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder 3 Mio. EUR Jahresumsatz.  

Wir teilen zudem nicht die hin und wieder getätigte Auffassung einiger Organisationen, dass FSC das bessere System sei. Wir halten uns da an die Aussage der Bundesregierung auf die Frage, „warum bei der Beschaffung anspruchsvolleren Zertifikaten nicht stärke Priorität eingeräumt wird“

Hierzu die Antwort der Bundesregierung:

„Nachdem PEFC und FSC bereits in einem marktwirtschaftlichen Wettbewerb stehen, würde eine Steigerung des Wettbewerbes von staatlicher Seite, gerade in Hinblick auf eine dringend erwünschte weitere Ausweitung der zertifizierten Fläche auf globaler Ebene, als kontraproduktiv betrachtet. Entsprechend kritisch sieht die Bundesregierung auch immer wieder veröffentlichte sogenannte Studien oder Instrumente zur Beurteilung der Wertigkeit der Zertifizierung ohne wissenschaftliche Basis, da diese die Komplexität der Frage nicht annähernd beleuchten können und zu befürchten ist, dass dies die Waldzertifizierung insgesamt beschädigt“ (Quelle: Deutscher Bundestag, Drucksache 18/5031 18. Wahlperiode, 28.05.2015)

Erwähnenswert ist, dass die PEFC-zertifizierten Betriebe der It's Business Time Gruppenzertifizierung nicht zusätzlich nach dem „FSC”-Standard zertifiziert sein müssen, um dennoch sogenanntes „FSC-zertifiziertes” Holz verwenden und einsetzen zu dürfen.

Dies ist möglich, weil mit Teilnahme an der IBT-Gruppenzertifizierung die Verantwortlichen im Betrieb die korrekte Umsetzung der Holzproduktkette Chain-of-Custody (CoC) beherrschen.

Die Hauptabläufe zur Einhaltung einer CoC -Bestellung der Produkte, Wareneingang, Trennung der Ware, Warenausgang usw. - sind unabhängig vom verwendeten Zertifizierungssystem. Diese Aspekte werden in den teilnehmenden Betrieben vom Gruppenmanagement ständig kontrolliert und ggf. angepasst bzw. optimiert.

Durch diese Vorgehensweise sparen die Verantwortlichen im Betrieb viel Aufwand und der Chef gutes Geld!

Für viele der nun neu von der Bundesregierung im Leitfaden genannten Anbieter von Einzelnachweisen (Sachverständige, Handwerkskammern usw.) dürfte das Thema rund um die CoC-Zertifizierung neu sein. Es handelt sich aber um leicht zu erlernende und anzuwendende Aspekte.

It’s Business Time bietet entsprechende Lehrgänge für interessierte Personen an. Auch an solche, welche eine eigene Gruppenzertifizierung erfolgreich umsetzen möchten.

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